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Atemübungen für Kinder: 3 einfache Techniken

Atemübungen für Kinder: 3 einfache Techniken

Atemübungen für Kinder sind kurze, spielerische Übungen, mit denen ein Kind lernt, sich selbst zu beruhigen: vor einer Prüfung, nach einem aufwühlenden Schultag oder abends beim Einschlafen. Sie brauchen kein Material, keine App und keine Vorkenntnisse. Was sie brauchen, ist eine erwachsene Person, die sie einmal ruhig mitmacht, und ein Bild, das dem Kind gefällt. Drei solche Übungen aus meiner Praxis finden Sie hier.

Warum Atemübungen bei Kindern gut funktionieren

Kinder können mit dem Satz «beruhige dich» wenig anfangen. Mit einem Bild können sie viel anfangen: einen Ballon aufblasen, eine Kerze auspusten, eine Blume riechen. Genau darum funktionieren Atemübungen im Kindesalter so gut. Sie übersetzen etwas Abstraktes (zur Ruhe kommen) in etwas Konkretes, das ein Kind tun kann.

Dazu kommt der Ritual-Charakter: Eine Übung, die immer gleich abläuft, gibt dem Kind etwas Vertrautes in einem Moment, der sich unruhig anfühlt. Nicht die Technik allein beruhigt, sondern auch das Wiedererkennen.

Drei Übungen für den Alltag

ÜbungSo geht sieWann sie passt
Ballon-AtmungBeide Hände auf den Bauch legen. Einatmen: der Bauch wird wie ein Ballon rund. Ausatmen: die Luft entweicht gaaanz langsam, der Ballon wird klein. Drei bis fünf Mal.Abends im Bett, nach der Schule
Kerzen-AtmungDie Finger einer Hand sind fünf Kerzen. Durch die Nase eine Blume riechen, dann eine Kerze nach der anderen langsam auspusten.Vor Prüfungen, bei Lampenfieber
Quadrat-AtmungMit dem Finger ein Quadrat in die Luft malen: eine Seite einatmen, eine Seite Pause, eine Seite ausatmen, eine Seite Pause.Für ältere Kinder (ab etwa 4. Klasse), unterwegs und unauffällig

Wichtig für den Anfang: Üben Sie zuerst in einem ruhigen Moment, nicht mitten in der Aufregung. Ein Kind greift in der Nervosität nur zu einer Übung, die es schon kennt. Es kann vorkommen, dass eine Übung Ihrem Kind nicht zusagt. Dann probieren Sie eine andere, das Bild muss zum Kind passen.

Was Atemübungen leisten und was nicht

Ehrlich gesagt: Atemübungen sind ein Werkzeug, kein Allheilmittel. Sie helfen einem grundsätzlich gesunden Kind, mit normaler Nervosität, Schulstress oder Prüfungsangst besser umzugehen. Sie ersetzen keine psychotherapeutische oder medizinische Behandlung. Wenn Ihr Kind über lange Zeit stark belastet wirkt, sich zurückzieht oder körperliche Beschwerden entwickelt, gehört das zuerst in fachliche Abklärung. Diese Grenze ziehe ich in meiner Arbeit klar, und ich empfehle Ihnen, sie genauso ernst zu nehmen.

Wie wir in der Praxis damit arbeiten

In meinen Kursen in St. Gallen lernen Kinder der 1. bis 6. Klasse solche Techniken in kleinen Gruppen von maximal vier Kindern: Schritt für Schritt, spielerisch und in ihrem Tempo. Die Atemübungen sind dabei ein Baustein von mehreren, zusammen mit Entspannungs- und Mentaltechniken. Wie ein solcher Kurs aufgebaut ist, sehen Sie unter Ablauf, und was Eltern sonst noch wissen möchten, habe ich für Eltern zusammengestellt.

Wenn Ihr Kind Unterstützung beim Umgang mit Nervosität brauchen kann: das Angebot zeigt die aktuellen Kurse, oder Sie nehmen direkt Kontakt auf.